Scheidung online

Kosten Scheidung

Die Kosten für ein Ehescheidungsverfahren bestimmen sich nach Gegenstandswerten. Maßgeblich ist hierbei das dreifache Monatsnettoeinkommen beider Ehegatten.

Im gerichtlichen Ehescheidungsverfahren entstehen Anwalts- und Gerichtsgebühren, die sich nach gesetzlichen Gegenstandswerten richten, also nicht etwa nach Zeitaufwand. Die Gegenstandswerte werden nach gesetzlichen Vorgaben ermittelt und vom Gericht festgesetzt – in der Regel erst in der mündlichen Verhandlung; sie stellen die Rechengrundlage für die Gerichtskosten und für die Anwaltsgebühren dar. Ausgangspunkt für die Gegenstandswerte des Ehescheidungsverfahrens sind die Nettoeinkünfte der beteiligten Eheleute zum Zeitpunkt der Antragstellung.

Kosten Scheidung: Die Scheidungskosten möchte ich Ihnen an folgendem Beispiel erläutern:

Ausgehend von Ihrem Nettoeinkommen in Höhe von beispielsweise durchschnittlich € 3.400,00 und dem Nettoeinkommen Ihres/r Ehepartners/in in Höhe von beispielsweise € 200,00 monatlich wird das Gericht den Gegenstandswert für das Ehescheidungsverfahren aller Voraussicht nach auf € 10.800,00 festsetzen. Für den von Amtswegen im Rahmen des Ehescheidungsverfahrens durchgeführten Versorgungsausgleich, bei dem die während der Ehezeit erworbenen Rentenanwartschaften der Eheleute jeweils hälftig geteilt werden, wird ebenfalls ein Gegenstandswert ermittelt:

Für jedes im Rahmen des Versorgungsausgleichs zu prüfende Anrecht werden 10 % des Ehescheidungsstreitwerts festgesetzt; wenn also beispielsweise beide Ehepartner in die gesetzliche Altersversorgung einbezahlt haben und jeder noch einen Riester-Rentenvertrag abgeschlossen hat, sind vier Anrechte zu prüfen, so dass der Versorgungsausgleich den Gegenstandswert € 4.320,00 (40 % von € 10.800,00) bekäme. Der Gesamtgegenstandswert würde dann € 10.800,00 + € 4320,00 = € 15.120,00 betragen.

Gemäß Rechtsanwaltsvergütungsgesetz entstehen damit für Scheidungsverfahren, die ab dem 01.08.13 eingeleitet wurden, Anwaltsgebühren in Höhe von € 1.957,55 (eventuell zuzüglich Fahrtkosten und Abwesenheitsgeld); ferner werden nach dem Gerichtskostengesetz Gerichtskosten in Höhe von insgesamt € 670,00 anfallen. Die Gerichtskosten werden nach Abschluss des Verfahrens hälftig geteilt. (Kosten gemäß Tabelle, Gebührengruppe 10.000,00 € bis 13.000,00 €)

Sie müssten also mit Gerichts- und Anwaltskosten in der Größenordung von € 2.300,00 rechnen; Ihr/e Ehepartner/in, der/die nicht anwaltlich vertreten ist, hätte nur die Gerichtskosten in der Größenordnung von € 350,00 zu tragen. Natürlich könnten Sie intern eine Absprache treffen, wonach Sie sich die Scheidungskosten hälftig teilen.

Zu beachten ist, dass manche Familiengerichte den Gegenstandswert herabsetzen, wenn minderjährige Kinder vorhanden sind – es wird dann in der Regel bei der Festsetzung des Gegenstandswerts für die Ehescheidung für jedes unterhaltspflichtige Kind ein Betrag in Höhe von € 250,00 vom zusammengerechneten Nettoeinkommen der Beteiligten abgezogen.

Auch eine Heraufsetzung des Gegenstandswerts wird mitunter vorgenommen, wenn die Eheleute über Vermögen verfügen.

Prozesskostenhilfe

Wenn Sie aufgrund Ihrer momentanen finanziellen Situation nicht in der Lage sein sollten, die Scheidungskosten selbst aufzubringen, gibt es die Möglichkeit, zusammen mit dem Ehescheidungsantrag also im Anwaltsschriftsatz bei Gericht die Gewährung von Verfahrenskostenhilfe zu beantragen.

Im Falle der Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe übernimmt die Staatskasse sowohl Ihre Gerichts- als auch Ihre Anwaltskosten, mithin also Ihre gesamten Scheidungskosten.

Zur Beantragung von Prozesskostenhilfe ist es erforderlich, dem Gericht eine vollständig, sorgfältig und wahrheitsgemäß ausgefüllte Erklärung über Ihre persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse nebst Nachweisen bezüglich der gemachten Angaben vorzulegen.

Das Gericht prüft dann das Vorliegen der Voraussetzungen der Prozesskostenhilfe. Wenn sich nach Abzug der Verbindlichkeiten kein einzusetzendes Einkommen oder Vermögen errechnet, wird Ihnen das Gericht Prozesskostenhilfe ohne Anordnung einer Ratenzahlung bewilligen. Wenn sich jedoch ein für die Scheidungskosten einzusetzendes Einkommen ergibt, wird das Gericht eine Ratenzahlung anordnen, was bedeutet, dass Sie auf die Scheidungskosten maximal 48 Monatsraten an die Landesoberkasse zu bezahlen haben. Sollten mit den 48 Monatsraten nicht die gesamten Scheidungskosten beglichen sein, wird Ihnen der Rest der Scheidungskosten erlassen.

Auch wenn zunächst keine Ratenzahlung angeordnet wurde, kann das Gericht innerhalb von vier Jahren nach rechtskräftigem Abschluss des Scheidungsverfahrens immer wieder nachfragen, ob sich Ihre persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse geändert haben und möglicherweise dann erst eine Ratenzahlungsanordnung treffen. 

>>> Prozesskostenrechner <<<

Kosten Scheidung - einer Familienrechtlichen Erstberatung

Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) regelt, dass für eine anwaltliche Erstberatung Kosten in Höhe von maximal € 190,00 zuzüglich 19 % MwSt., gesamt damit € 226,10, entstehen können. Bei einer familienrechtlichen Erstberatung, die den vollen Gebührenrahmen ausschöpft, dürfen Sie erwarten, dass alle Ihre drängenden rechtlichen Fragen umfassend, ausführlich und verständlich beantwortet werden. Ich nehme mir hierfür gerne die erforderliche Zeit. In der Regel dauert eine Erstberatung ca. 45 bis 90 Minuten. Nach einer Erstberatung können Sie völlig frei entscheiden, wie Sie weiter verfahren möchten. Wenn Sie weitere anwaltiche Beratungen wünschen, können wir eine Vergütungsvereinbarung treffen und eine Stundensatz bei zeitgenauer Abrechnung vereinbaren.

Nicht jede Erstberatung hat den zeitlichen und inhaltlichen Umfang, der den Ansatz des gesetzlichen Höchstbetrages rechtfertigt, so dass im Einzelfall durchaus geringere Kosten entstehen können. Es ist auch möglich, vorab für die Beantwortung einzelner konkreter Fragen - auch per E - Mail, eine pauschale Vergütung zu vereinbaren. 

Sie möchten gerne wissen, welche Kosten genau für eine Beratung auf Sie zukommen?

Kontaktieren Sie mich über die Hotline und schildern Sie mir kurz Ihr Anliegen und Ihre Wünsche. Ich werde Ihnen dann einen konkreten Vorschlag unterbreiten, bevor die Beratung beginnt. Wir werden sicher eine für Sie angenehme Lösung finden! 

Kostenübernahme durch eine Rechtschutzversicherung

Die meisten Rechtschutzversicherungen decken die Kosten für familienrechtliche Angelegenheiten, wie beispielsweise die Vertretung im Scheidungsverfahren oder in einem Unterhaltsrechtstreit, nicht ab. Die Bezeichnung "Familienrechtschutz" ist hier irreführend. 

Die Kosten für eine anwaltliche familienrechtliche Erstberatung zum Beispiel aus Anlass der Trennung sind im Versicherungsschutz jedoch meist enthalten. In den Genuss der Kostenübernahme kommt aber nur derjenige Ehepartner, der der Versicherungsnehmer und damit Vertragspartner der Versicherungsgesellschaft ist. 

In jedem Fall sollte sorgfältig geprüft werden, ob eine Kostenübernahme durch die Rechtschutzversicherung - möglicherweise zumindest anteilig im Wege der Kulanz - möglich ist.

Fragen Sie mich, ich helfe Ihnen auch hier gerne weiter!


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